
Das Fruchtfleisch wird von den Kernen gelöst und den oben
erwähnten Ziegen gegeben. Die Kerne werden von Hand mit einem
Stein aufgeschlagen. Das ist eine mühsame und schwierige Arbeit,
für die es noch keine Maschine gibt.
Mein Gebet ist, dass es nie
eine solche Maschine geben wird, die Tausende von Berberfrauen
arbeitslos machen würde, die von Jugend auf diese Kunst erlernt
haben und die Nüsse knacken, ohne die Saat darin zu quetschen
oder zu zerbrechen. Die Kerne zerfallen in zwei bis drei Scheiben.
Diese werden dann aussortiert, nur die weißen, gesunden werden
weiterverarbeitet.
Für kulinarisches Öl werden sie in
Pfannen leicht gleichmäßig angeröstet. Das verleiht
dem Öl den angenehm nussigen Geschmack und gerösteten
Kernen lässt sich das Öl leichter austreiben als rohen. Die
Kerne werden dann in der runden Steinmühle gemahlen.
Diese
besteht aus einem flachen unteren Stein von etwa 40 cm Durchmesser,
in den ein Ablauf eingearbeitet ist, und einem halbkugelförmigen
oberen Stein mit einem Loch in der Mitte und einen seitlich
eingesteckten Stab über den der Oberstein gedreht wird, während
die gerösteten Kerne immer in das Loch in der Mitte nachgefüllt
werden. Das Mahlen ist echte Muskelarbeit, die traditionell nur von
Frauen gemacht werden. Bei uns mahlen allerdings auch sportliche
junge Männer, nur haben wir noch keine Männer gefunden, die
auch das Knacken der Nüsse bewältigen.
Der Brei, der langsam aus der Mühle tropft wird mit warmem Wasser verknetet, bis sich das Öl löst und oben abschöpfen lässt.
Die ungerösteten Kerne werden
ebenso weiterverarbeitet, nur ist sowohl das Mahlen als auch das
Austreiben des Öls ungleich schwerer und langwieriger.