
Die Früchte der Arganie sind Steinfrüchte, das heißt,
wie bei der Kirsche, Zwetschge, Dattel, Olive usw. umhüllt eine
fleischige Schicht einen harten Kern, in dem die Saat eingeschlossen
ist. Von Farbe und Größe ähnelt sie von außen
der Mandel, der Kern ist aber ovalrund. Nur die kleine Saat im Inneren des harten Kernes wird zur Ölherstellung verwendet, das
Fruchtfleisch selber bleibt den Ziegen. Ziegen sind ja erstaunliche
Kletterer. Sie wagen sich weit hinaus auf den ausladenden Zweigen der
Arganie und fressen Blätter und Früchte. Die harten Kerne
scheiden sie unverändert wieder aus, und auch aus diesen Kernen
wird Öl gewonnen.

Wir allerdings verwenden aus zwei Gründen nur frische Früchte für unser Öl. Zum einen sind Ziegen nicht zimperlich mit den Arganien, sie fressen auch Triebe und alles, was ihnen zwischen die Zähne kommt, was dem Baum sehr schadet. Das originelle Bild von Ziegen, die hoch in den Arganien herumklettern, sollte kein Tourist, der auf sich hält seiner Kamera entgehen lassen. Ich persönlich habe diese Szene nicht fotografiert. Erstens bin ich kein Tourist, der auf sich hält und zweitens finde ich, man sollte die wenigen Bäume, die sich der fortschreitenden Erosion entgegenstemmen, nicht von Ziegen abfressen lassen.
Der zweite Grund ist rein psychologischer Natur: Die meisten Menschen stört der Gedanke, etwas zu essen, was schon einmal durch eine Ziege ging. Biologisch ist das „Ziegenöl“ von dem Öl aus frischen Früchten nicht zu unterscheiden.